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Eröffnungsabend und Tag eins auf der Leipziger Buchmesse

Den Eröffnungsabend habe ich aufgrund einer Einladung bei der Langen Leipziger Kriminacht verbracht. Umschreiben lässt sich dieses nette Event am ehesten mit kollektivem Tatort-Schauen. Die Autoren lesen einzelne Passagen vor und fassen hernach noch einmal kurz den Plot zusammen. Währenddessen darf gespeist und getrunken werden. Dementsprechend war die Stimmung am 16. März im Café Waldi eher gemütlich entspannt und weniger von der Hektik der Messe getrieben.

Am nächsten Morgen fand ich mich pünktlich zu einer Informationsveranstaltung über Shared Reading ein. Shared Reading will sich nicht als Lesezirkel mit therapeutischer Wirkung verstanden wissen, sondern als Literaturvermittlung im existenziellesten Sinne. Es geht um spontane Eindrücke und spontane Begegnungen mit Menschen. Gemeinsam wird gelesen und unmittelbar danach die Erfahrung mit den anderen Teilnehmern geteilt.

Heinz Strunk zwischen Frisuren
Heinz Strunk zwischen Frisuren

Ursprünglich wollte ich mich danach von Jörg Sundermeier zu den kleinen Verlagsständen führen lassen, einfach weil ich Jörg Sundermeier gerne zuhöre. Leider fing die Führung sehr pünktlich an, während ich zu spät war und ich lief dann etwas unentschlossen hin und her, schaute mir Heinz Strunk auf dem Blauen Sofa an und lief dann weiter zur Bloggerlounge.

Florian Kessler hielt am frühen Nachmittag einen flammenden Vortrag über den Literaturbetrieb, den man auch bei Voice Republic  nachhören kann. Zum einen verteidigt er den konventionellen Literaturbetrieb mit seinen Codes und seinem engmaschigen System. Zum anderen sieht er die Literaturbranche aber auch in der Pflicht, aktuell und innovativ zu bleiben.

Meine letzte Veranstaltung vor der Preisverleihung trug den Namen »Die Buchbeschleuniger« und hier schloss sich ein wenig der Kreis zum Shared Reading, denn alleine zu Hause Kritiken schreiben, wie es die meisten Blogger*innen momentan noch tun, wird sich überleben. Es werden neue Kollaborationen entstehen, die neue Maßstäbe setzen werden und damit eventuell die alten Medien überholen. Aber der Weg dahin kann nur das gemeinsame Arbeiten sein.

Messeeis
Messeeis

Zur Preisverleihung selbst saß ich am Rand in einem Café und ein älteres Ehepaar prostete sich mit Sekt zu, als der Gewinner für Belletristik, Guntram Vesper, verkündet wurde.

 

 

 

 

Heike Hellebrand

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